Christopher Lehmpfuhl – Mehr Licht
An artist whose practice is grounded in the immediacy of experience and a deep engagement with place, history, and light.
The exhibition Mehr Licht, conceived for KORNFELD Galerie Berlin, presents new oil paintings, watercolours and a light installation by Christopher Lehmpfuhl — an artist whose practice is grounded in the immediacy of experience and a deep engagement with place, history, and light. Working en plein air, Lehmpfuhl captures Berlin’s ever-shifting atmospheres in thick, physical brushstrokes, transforming fleeting moments into luminous, tactile images. At the heart of the exhibition is Last Supper, a large-scale glass work shown for the first time in Berlin
Photos by Andrea Katheder
Das Werk des Berliner Plein-Air-Malers Christopher Lehmpfuhl lebt von der Überzeugung, dass Tradition nur fortbesteht, wenn sie bewegt, befragt, verwandelt wird. Die Ausstellung Mehr Licht, die im September zu sehen sein wird, zeigt neue Ölbilder und Aquarelle des Künstlers mit Motiven aus und um Berlin. Ergänzend feiert eine Installation zum „Letzten Abendmahl“ ihre Berlin-Premiere, deren zentrales Element ein großformatiges Glasbild ist.
„Mehr Licht“ sollen Goethes letzte Worte gewesen sein. Ob das wahr ist oder nur gut erfunden, bleibt offen. Für Christopher Lehmpfuhl aber sind diese Worte ein doppeltes Motto: Er malt das Licht, und er nutzt es als Medium. Seine Werke zeigen Licht und spenden es zugleich, physisch, atmosphärisch, geistig. Denn, so sagt Lehmpfuhl: “Gerade in Zeiten wie diesen braucht es Licht, in jeder Hinsicht.”
Die ausschließlich en plein air, also unter freiem Himmel entstandenen Gemälde Christopher Lehmpfuhls wirken wie geöffnete Fenster zur Welt, sie holen das Licht nach drinnen. In ihnen entfaltet sich ein eindrucksvolles Spektrum atmosphärischer Lichtstimmungen: vom gleißenden Mittagslicht eines wolkenlosen Sommertags über die dramatische Spannung kurz vor einem Gewitter bis hin zum sanften Abendlicht, das Straßen und Fassaden in goldenes Leuchten taucht. Besonders faszinierend ist das Wechselspiel von natürlichem und künstlichem Licht: Asphalt glänzt feucht im Schein der Laternen, rotglühende Abendhimmel konkurrieren mit Bremslichtern, Scheinwerfern, Neonreklamen und erleuchteten Fenstern.
Lehmpfuhls Glasbilder entstehen in einer renommierten Werkstatt in einer Technik, die bereits im Mittelalter für Kirchenfenster verwendet wurde. Mit einer speziellen Farbe malt der Künstler direkt auf handgefertigtes Echtantikglas. Durch den Brennvorgang verschmelzen Farbe und Glas zu einer Einheit, die vom Licht zum Leben erweckt wird. Anders als klassische Fensterbilder erscheinen die Werke nicht als Durchblicke, sondern als autonome Lichtobjekte in Form von Leuchtkästen, die ihre volle Wirkung erst dann entfalten, wenn das Licht im Wortsinn eingeschaltet wird.
KORNFELD Galerie Berlin Fasanenstr. 26 D-10719 Berlin Tel +49(0)30 889 225 890 www.kornfeldgalerie.com galerie@galeriekornfeld.com Mehr Licht, das gilt auch für eines der zentralen Werke der Ausstellung, in dem Motiv und Medium zusammenwirken: Das 150 × 150 cm große Glasbild zeigt das kunsthistorisch vielfach bearbeitete Thema des „Letzten Abendmahls“. Ergänzt wird es durch 13 vom Künstler bemalte Teller, eine doppelte Geste, die zugleich auf Jesus und die zwölf Jünger verweist und einen zyklischen Jahresverlauf andeutet. Unter dem Titel Last Supper entfaltet sich daraus eine raumgreifende Installation zwischen spiritueller Tiefe, kunsthistorischer Referenz und sinnlicher Präsenz.
Christopher Lehmpfuhl (geb. 1972 in Berlin) studierte Malerei an der Hochschule der Künste Berlin und war Meisterschüler von Klaus Fußmann. Er wurde u. a. mit dem Kunstpreis der GASAG Berlin und dem Stipendium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet. Christopher Lehmpfuhls Werke wurden in zahlreichen renommierten Institutionen im In- und Ausland ausgestellt, darunter die Kunsthalle Rostock, das Museum Würth in Künzelsau, das Leopold Museum in Wien und das National Art Museum of China in Peking. In Berlin war er u. a. mit Einzelausstellungen im Haus am Waldsee, in der Stiftung Brandenburger Tor sowie in der Villa Schöningen vertreten. Seine Arbeiten befinden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter die Sammlung Würth, die Deutsche Bank, die Sammlung der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank sowie mehrere institutionelle Kunstsammlungen in Deutschland, Österreich und China. 2026 widmet ihm das Potsdam Museum eine Einzelausstellung, im Rahmen einer stadtgeschichtlichen Schau zum Neuen Markt – dem Platz direkt vor dem Museum. Ein Jahr lang wird Lehmpfuhl diesen Ort malerisch begleiten: im Wechsel der Jahreszeiten, aus unterschiedlichen Perspektiven, im Dialog mit Stadt, Geschichte und Licht.
